Der 20-jährige Wesal Akbari von der Ringerriege Einsiedeln sicherte sich mit fünf Siegen seinen ersten Erfolg auch internationaler Ebene und hinterliess dabei einen starken Eindruck. Die Zwillinge Helena und Helia Oskuui glänzten beim internationalen Jugendturnier in Schmitten.
W.S. Beginnend mit den offenen internationalen Hessischen vor drei Wochen sorgte Wesal Akbari für ein erstes Ausrufzeichen. Der zweite Rang hat ihm viel Selbstvertrauen und Zuversicht gegeben. Damit hat er angedeutet, dass mit ihm gerechnet werden kann. Die Verbandsverantwortlichen schenkten ihm das Vertrauen und boten ihn für die Saarlandmeisterschaften auf. Der Kreis der Medaillenanwärter war hier sehr gross. Wesals Kampfklasse (65 kg) galt mit ihrer Leistungsdichte von Topringern aus verschiedenen europäischen Nationen als eine der stärksten an diesem Turnier überhaupt und damit hielt die Auslosung auch noch eine Reihe von gefährlichen Widersachern bereit. Gerade die beiden ersten Gegner von Akbari waren aufgrund ihrer unorthodoxen Stile selbst für die Trainer schwierig einzustufen. Doch er liess sich deswegen nicht einschüchtern und zog mit zwei hart erkämpften Siegen in den Viertelfinal ein. Er hielt auch hier dem grossen Druck stand und kam zu zwei weiteren Siegen. Im Halbfinal und Final waren dann zur grossen Überraschung zwei weitere Siege fällig, womit er bei der Siegerehrung verdient zuoberst auf dem Podest stand. Für den willensstarken Athleten ist es der erste Gewinn einer Goldmedaille auf internationaler Ebene. Er zeigte fünf beherzte Kämpfe und erfreut sich derzeit einer starken Form. Der Einsiedler Trainer Alexander Golin, der Co-Nationaltrainer der Junioren ist, meinte zum Abschneiden seines Schützlings: «Er ist konditionell stark, hat allerdings im technischen Bereich noch deutlich Luft nach oben – aber es ist ja noch früh im Jahr.» Mit weiteren guten Klassierungen dürfte er zu einem Kandidaten des vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) unterstützten Flüchtlingsteams werden. Doch dazu muss er noch einige Hürden überspringen. Die Teilnahme an internationalen Turnier ist nur dank der finanziellen Unterstützung der Ringerriege Einsiedeln möglich.

Oskuii-Zwillinge auf dem Podest
Am letzten Samstag wurde die 28. Auflage des internationalen Sense-Turniers für Jugendliche in Schmitten ausgetragen. 254 Mädchen und Knaben aus der Schweiz Frankreich, Deutschland, Österreich, Italien, Holland und Irland nahmen daran teil. Der Anlass war für viele Teilnehmende ein wichtiger Gradmesser und zugleich eine Standortbestimmung für die Trainer.

Von der Ringerriege Einsiedeln starteten die Zwillinge Helena und Helia Oskuii im Gewicht bis 34 Kilogramm bei den 12 bis 14-Jährigen. Dabei kam ihnen die ausgezeichnete Grundschulung und die grosse Beweglichkeit einmal mehr zugute. Hinzu kommt ihr grosses Talent und Feingefühl für das Ringen. Mit diesen Attributen würden sie es auch in anderen Sportarten auf einen grünen Zweig bringen. Ein Nachteil in Schmitten war einzig, dass sie wegen ihrer Überlegenheit gegeneinander antreten mussten. Dabei war Helena etwas stärker und gewann dieses spannende Duell hauchdünn mit 6:4. Am Ende holte sie sich nach einem starken Auftritt auch den Turniersieg. Helia stieg mit der Bilanz von einer Niederlage und drei Siegen als Dritte ebenfalls aufs Podest. Für beide war es tolle Erfahrung, sich mit Kontrahenten aus dem Ausland messen zu können. Betreut wurde sie von der gebürtigen Senslerin Eveline Lötscher, die in Einsiedeln wohnt. Ihr Vater Mahmood Oskuii stand als Kampfrichter im Einsatz.
Werner Schönbächler