Tallinn Open mit Einsiedler Trio. Über das letzte Wochenende waren drei Wettkämpfer der Ringerriege Einsiedeln in der estischen Hauptstadt Tallinn im Einsatz. Wesal Akbari vermochte dabei ein weiteres Ausrufezeichen zu setzen.
W.S. Das Ringerturnier im baltischen Staat Estland ist das grösste in Europa. Die Zahlen sind eindrücklich: Insgesamt beteiligten sich daran rund 2’800 Teilnehmer aus mehr als 40 Ländern. Der Turnier wurde auf 14 Matten in einer riesigen Sporthalle aus der Sowjetzeit ausgetragen. Nachdem Wesal Akbari in den letzten Wochen auf internationaler Ebene bereits eine Gold- und Silbermedaille geholt hatte, sorgte er im freien Stil in der Kategorie bis 65 Kilogramm wieder für einen Coup. Der Afghane, der dank einer Sonderregelung ins Nationalkader aufgenommen wurde, sorgte mit dem Sieg gegen den französischen Vertreter für einen geglückten Start. Im zweiten Duell konnte der Pole Rafaels Grezlak seinen schnellen Beinangriffen nichts Gleichwertiges entgegensetzen. Mitte der zweiten Runde stand sein Sieg durch technische Überlegenheit fest. Im Viertelfinal schaffte er mit einem weiteren Sieg gegen den Kanadier Marco Kielin eine weitere Überraschung. Nach zwei Take-Downs und einer Serie von Beinschrauben kam er zu einem vorzeitigen Sieg durch technische Überlegenheit. Damit hatte er den Halbfinal-Einzug geschafft. Dort traf er auf den Südafrikaner Stefan Grouws. In einer aufwühlenden Begegnung verlor erst kurz Wettkampfende mit 8:5. Dabei lief er in einen Konter seines defensiv eingestellten Gegners. Da muss er sich allerdings an der eigenen Nase nehmen. Zum Abschluss behielt Akbari gegen den Amerikaner Israel Acosta mit 9:5 das bessere Ende und holte damit die bronzene Auszeichnung. Mit diesem Ergebnis hat sich der 20-jährige Freistiler für weitere Teilnahmen an internationalen Turnieren den Verbandsverantwortlichen empfohlen.

Gebrüder Gugolz mit Siegen
Gino und Louis Gugolz reisten ohne Kaderstatuts an dieses Turnier und konnten dabei wertvolle Erfahrungen sammeln. Der bald 20 -jährige Schreiner-Lehrling Louis Gugolz stellte dabei seine erzielten Forstschritte im griechisch-römischen Stil bis 97 Kilogramm unter Beweis. Er erwischte einen optimalen Start. Nachdem er den Esten Janko Danilov mit 8:0 besiegte, doppelte er mit einem 5:0 gegen den ukrainischen Vertreter nach und stand damit entgegen den Erwartungen im Viertelfinal. Mit zwei Niederlagen und dem neunten Rang verabschiedete er sich aus dem Turnier.
Sein um ein Jahr jüngerer Bruder Gino Gugolz gewann zum Auftakt im freien Stil bis 70 Kilogramm in einem mitreissenden Fight gegen den Esten Karl Pärs mit 4:1. Im nächsten Schlüsselkampf verlor er gegen den Litauer Mantas Pikanus knapp mit 8:4. Nachdem er auch gegen den Amerikaner David Lee den Kürzeren zog, ging für ihn das Turnier mit dem 12. Rang in einer der stärksten Gewichtsklasse zu Ende.
Beide haben erfahren, dass für einen vorderen Rang an einem internationalen Anlass vieles zusammenpassen muss und noch andere Parameter stimmen müssen. Doch hat sich ihr Einsatz bestimmt gelohnt und verdient Anerkennung.
Werner Schönbächler